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Reizschwellengesetz

Das Prinzip des wirksamen Belastungsreizes wird auch Reizschwellengesetz genannt. Es besagt, dass ein Trainingsreiz eine bestimmte Intensitätsschwelle überschreiten muss, um trainingswirksam ist zu werden. Ansonsten wird die gewünschte Anpassungsreaktion nicht ausgelöst.

Der menschliche Körper passt sich dabei den Reizen an, denen er ausgesetzt ist. Ein Muskel, der stark beansprucht wird, passt sich dieser Beanspruchung an, indem er größer und kräftiger wird. Wird er hingegen nicht belastet, bildet er sich zurück, damit der Körper keine unnötige Energie für seinen Unterhalt verschwendet. Diese Rückbildung eines Muskels nennt man Atrophie. Wenn der Körper zu hohen Reizen ausgesetzt ist, kann das zu einer Beschädigung des Muskelsystems führen.

Nach dem Anatom Wilhelm Roux unterscheidet man zwischen vier verschiedenen Reizschwellen:

  • Unterschwelliger Reiz

    Der unterschwellige Reiz bleibt wirkungslos. Es findet keine Anpassungsreaktion statt. Für eine Leistungsverbesserung sind diese Reize ungeeignet.

  • Überschwelliger Reiz, geringer Reiz

    Dies ist ein geringer Reiz. Er erhält das Trainingsniveau. Es findet eine Anpassungsreaktion statt. Diese Reizstufe zeichnet sich dadurch aus, dass das Leistungsniveau erhalten bleibt.

  • Mittlerer bis starker Reiz

    Dies ist die optimale Reizintensität. Eine sehr gute Anpassung findet statt. Der Muskel kann sich in der fortschreitenden Zeit gut auf das „zu Leistende“ anpassen. Eine Leistungssteigerung im gesunden Bereich ist möglich. Es werden Veränderungen des Muskels im physiologischen und anatomischen Bereich durchgeführt.

  • Überschwelliger, zu starker Reiz

    Der überschwellige, oder auch zu starke Reiz schädigt das Muskelsystem. Durch die Überbelastung sinkt das Leistungsniveau und Leistungsspektrum. (Die Folge: Siehe Überkompensation)

Der Schwellenwert hängt vor allem vom individuellen Trainingszustand des Spielers ab. Eine genetische Vorbestimmung kann nicht ausgeschlossen werden.